Du kennst das vielleicht: Auf dem Monitor wirkt dein Foto klar, warm und detailreich. Nach dem Druck sind Hauttöne plötzlich zu rötlich, Grüntöne zu dunkel oder feine Schatten kaum noch erkennbar. Auch ein hochwertiger Fotodrucker liefert nicht automatisch genau die Farben, die du am Bildschirm siehst. Häufig liegt die Ursache nicht am Gerät selbst. Entscheidend sind die Einstellungen, das verwendete Papier, die Eigenschaften des Monitors und der richtige Umgang mit Farbprofilen.
Besonders verwirrend wird es, wenn mehrere Programme an der Farbausgabe beteiligt sind. Die Bildbearbeitung kann Farben umrechnen. Der Druckertreiber kann ebenfalls eine Korrektur anwenden. Werden beide Funktionen gleichzeitig genutzt, entstehen schnell unerwartete Ergebnisse. Fehlt dagegen ein passendes ICC-Profil für Drucker und Papier, bleiben Abweichungen oft unvermeidbar.
Dieser Ratgeber zeigt dir Schritt für Schritt, wie du ein verlässliches Farbmanagement aufbaust. Du erfährst, was Kalibrierung und Profilierung unterscheidet, wann ein Monitor kalibriert werden sollte und welche Aufgabe ICC-Profile übernehmen. Außerdem lernst du, wie du Drucker, Papier und Bildbearbeitungsprogramm richtig aufeinander abstimmst. So kannst du Farbabweichungen systematisch reduzieren und deine Ausdrucke besser beurteilen. Am Ende hast du eine praktische Grundlage, mit der du vorhersagbare und möglichst genaue Farben erzielst, statt dich auf wiederholte Testdrucke und Zufall zu verlassen.
Farbmanagement-Ansätze im Vergleich
Für genaue Farben gibt es nicht den einen richtigen Weg. Welche Methode sinnvoll ist, hängt von deinem Drucker, dem verwendeten Papier und deinem Anspruch an die Farbwiedergabe ab. Ein gelegentlicher Fotodruck stellt andere Anforderungen als ein professioneller Proof oder ein Fine-Art-Print. Bei der Auswahl zählen vor allem Farbgenauigkeit, Aufwand, Kosten, Kompatibilität und Bedienbarkeit. Wichtig ist außerdem, ob du nur den Monitor abstimmen oder auch eigene ICC-Profile für Drucker und Papier erstellen möchtest. Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Ansätze ein und zeigt, wann sie in der Praxis sinnvoll sind.
| Ansatz | Genauigkeit | Aufwand und Kosten | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Monitor-Kalibrierung mit Messgerät | Hoch, wenn das Gerät korrekt eingesetzt wird | Mittlerer Aufwand. Ein Messgerät ist erforderlich | Fotografen und Hobbydrucker mit regelmäßigem Farbworkflow |
| Individuelle Druckerprofilierung | Sehr hoch für die konkrete Kombination aus Drucker, Tinte und Papier | Höherer Aufwand. Eigenes Messgerät oder Profilierungsservice nötig | Anspruchsvolle Prints und wiederholbare Ergebnisse |
| Hersteller-ICC-Profile | Gut, sofern Drucker, Tinte und Papier exakt zusammenpassen | Gering. Profile sind häufig kostenlos verfügbar | Einsteiger und Nutzer von Originaltinte und empfohlenen Papieren |
| Softproofing | Gut für die Beurteilung möglicher Druckverluste | Gering bis mittel. Ein kalibrierter Monitor und ein passendes ICC-Profil sind nötig | Bildbearbeitung vor dem Druck und gezielte Korrekturen |
| Automatische Druckertreiber-Korrektur | Schwankend, da mehrere Korrekturen zusammenwirken können | Sehr gering. Keine zusätzliche Hardware erforderlich | Schnelle Alltagsdrucke ohne professionellen Anspruch |
Was die einzelnen Methoden leisten
Eine Monitor-Kalibrierung schafft die Grundlage für verlässliche Entscheidungen bei Helligkeit, Kontrast und Farbbalance. In der Praxis eignen sich dafür Geräte wie der Datacolor SpyderX. Für die Vermessung von Druckcharts und die Erstellung eigener Profile kommen Spektralfotometer wie das X-Rite i1Pro 3 infrage. Beide Gerätetypen erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Ein Monitor-Messgerät beurteilt das Display. Ein Spektralfotometer misst gedruckte Farbfelder.
Hersteller-Profile sind oft der beste Einstieg. Sie funktionieren jedoch nur dann zuverlässig, wenn das Profil zum genauen Papier, zur Druckqualität und zur verwendeten Tinte passt. Ein individuell erstelltes ICC-Profil kann Abweichungen dieser konkreten Kombination besser berücksichtigen. Das lohnt sich besonders bei hochwertigen Papieren oder Fremdtinten. Softproofing ersetzt kein Profil. Es zeigt dir vielmehr am Monitor, welche Farben der Drucker voraussichtlich nicht vollständig wiedergeben kann.
Praxisbeispiel: Für gelegentliche Ausdrucke mit einem passenden Markenpapier reicht meist ein kalibrierter Monitor zusammen mit dem Hersteller-Profil. Druckst du regelmäßig große Fotos oder verkaufst deine Arbeiten, ist eine individuelle Profilierung oft die zuverlässigere Lösung. Entscheidend bleibt ein konsistenter Workflow. Die Bildbearbeitung sollte die Farbkonvertierung übernehmen. Im Druckertreiber wird die zusätzliche Farbkorrektur deaktiviert.
Für Einsteiger bietet die Kombination aus kalibriertem Monitor, passendem Hersteller-Profil und Softproofing ein gutes Verhältnis aus Aufwand und Ergebnis. Maximale Kontrolle erreichst du mit einer individuellen ICC-Profilierung und klar festgelegten Druckeinstellungen.
Welche Farbmanagement-Lösung passt zu dir?
Die passende Methode hängt vor allem davon ab, wie häufig du druckst und wie genau die Farben auf dem Papier stimmen müssen. Nicht jeder Fotodrucker benötigt ein aufwendiges Messsystem. Mit den folgenden Leitfragen findest du leichter heraus, welcher Workflow zu deinem Alltag passt.
Druckst du privat oder für Kunden?
Für private Fotos, Urlaubsbilder und gelegentliche Ausdrucke reichen meist ein gut eingestellter Monitor und das passende Hersteller-ICC-Profil. Verwende möglichst die Originaltinte und genau das Papier, für das das Profil erstellt wurde. So hält sich der Aufwand in Grenzen und du erhältst bereits verlässliche Ergebnisse.
Wenn du Bilder verkaufst, Ausstellungen bestückst oder für Kunden druckst, sind gleichbleibende Farben wichtiger. Dann lohnt sich eine regelmäßige Monitorkalibrierung. Bei häufigen Druckaufträgen kann zusätzlich ein individuell erstelltes Druckerprofil sinnvoll sein. Es berücksichtigt die konkrete Kombination aus Drucker, Tinte und Papier.
Brauchst du höchste Genauigkeit oder schnelle Ergebnisse?
Für schnelle Alltagsdrucke kannst du dich auf die empfohlenen Einstellungen des Druckerherstellers verlassen. Wähle im Treiber die richtige Papiersorte und lasse nur eine Stelle die Farbverwaltung übernehmen. Für höhere Genauigkeit solltest du den Monitor mit einem Messgerät kalibrieren und die Druckvorschau per Softproof prüfen.
Ein Spektralfotometer ist besonders dann sinnvoll, wenn du eigene ICC-Profile erstellen möchtest. Das lohnt sich bei hochwertigen Fine-Art-Papieren, häufig wechselnden Medien oder sichtbaren Abweichungen trotz korrekter Einstellungen. Für gelegentliche Ausdrucke ist der Kauf meist nicht erforderlich. Du kannst ein Profilierungsservice nutzen oder beim Papierhersteller nach einem passenden Profil suchen.
Wie viel Zeit und technisches Wissen möchtest du investieren?
Wenn dein Farbworkflow möglichst unkompliziert bleiben soll, beginne mit einem kalibrierten Monitor und einem Hersteller-Profil. Kontrolliere außerdem, dass nicht gleichzeitig das Bildbearbeitungsprogramm und der Druckertreiber die Farben korrigieren. Möchtest du deinen Workflow genau kontrollieren, erweitere ihn um Softproofing und eigene Profile. Dokumentiere dabei Papier, Druckqualität und Treibereinstellungen. So kannst du erfolgreiche Druckaufträge später wiederholen.
Fazit: Für private Nutzer genügen meist Hersteller-Profile mit passenden Druckeinstellungen. Eine Monitorkalibrierung ist der nächste sinnvolle Schritt, sobald dir die Farbbeurteilung wichtig wird. Ein Spektralfotometer brauchst du vor allem für regelmäßige, professionelle oder besonders anspruchsvolle Drucke. Wenn du unsicher bist, starte mit der einfachen Lösung und prüfe die Ergebnisse mit Testbildern. Erst bei konkretem Bedarf lohnt sich die zusätzliche Investition.
Farbmanagement in der Praxis
Farbmanagement wird immer dann wichtig, wenn ein Foto auf dem Papier verlässlich aussehen und mit einer Vorlage oder einem früheren Druck übereinstimmen soll. Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Einsatzgebiet. Für private Bilder genügt oft ein passendes Herstellerprofil. Bei Kundenaufträgen, Ausstellungen oder Proofs müssen dagegen sämtliche Schritte nachvollziehbar und wiederholbar sein.
Fine-Art-Prints für Fotografen
Bei einem Fine-Art-Print zählen feine Farbübergänge, tiefe Schatten und eine passende Papierwirkung. Matte Baumwollpapiere geben Farben anders wieder als glänzende Medien. Zuerst sollte der Monitor mit einem Messgerät kalibriert werden. Danach wählst du das ICC-Profil des genauen Papiers. Im Softproof erkennst du, welche Farben außerhalb des Druckerfarbraums liegen. Im Druckertreiber stellst du die richtige Papiersorte und Druckqualität ein. Die Bildbearbeitung übernimmt die Farbkonvertierung. Im Treiber wird eine zusätzliche Farbkorrektur deaktiviert.
Kundenaufträge mit engen Farbtoleranzen
Bei Hochzeitsfotos, Porträts oder Unternehmensbildern erwarten Kunden häufig eine einheitliche Farbstimmung. Schon kleine Abweichungen bei Hauttönen können auffallen. Ein kalibrierter Monitor ist hier die Grundlage. Für regelmäßige Aufträge solltest du Drucker, Tinte und Papier mit einem individuellen ICC-Profil abstimmen. Testdrucke helfen, kritische Hauttöne und Schatten zu prüfen. Wichtig ist außerdem, die verwendeten Einstellungen zu dokumentieren. So kannst du einen Auftrag später reproduzieren.
Proofs für eine größere Auflage
Druckdienstleister nutzen Proofs, um das erwartete Ergebnis vor dem eigentlichen Auflagendruck zu beurteilen. Die Herausforderung besteht darin, dass Fotodrucker und Produktionsdruckmaschinen unterschiedliche Farbräume und Druckverfahren verwenden können. Ein kalibrierter Monitor, ein passendes Ausgabeprofil und ein Softproof schaffen eine bessere Vergleichsbasis. Bei hohen Anforderungen wird ein zertifizierter Proof erstellt. Der Papiertyp, die Druckqualität und die Farbkonvertierung müssen dabei exakt festgelegt sein.
Fotografien für eine Galerieausstellung
Galerien zeigen häufig mehrere Bilder in unterschiedlichen Formaten und auf verschiedenen Papieren. Ohne abgestimmten Workflow können Helligkeit und Farbbalance zwischen den Motiven sichtbar schwanken. Die Dateien sollten unter vergleichbaren Lichtbedingungen beurteilt werden. Eine Monitorkalibrierung und passende ICC-Profile für jedes Papier sind wichtige Schritte. Bei besonders wertvollen Drucken kann ein Spektralfotometer ein individuelles Profil erstellen. Priorität haben eine einheitliche Bildwirkung und eine gute Dokumentation der Druckeinstellungen.
Produktfotografie für Werbung und Onlinehandel
Bei Produktbildern müssen Markenfarben möglichst präzise erscheinen. Das betrifft etwa Verpackungen, Textilien oder Firmenlogos. Zuerst wird der Monitor kalibriert. Danach prüfst du die Dateien mit einem Softproof und verwendest ein Profil für die geplante Druckbedingung. Für einen schnellen internen Ausdruck reicht oft ein Herstellerprofil. Bei einer Kampagne mit verbindlichen Markenfarben ist ein individuelles Profil oder ein professioneller Proof die bessere Wahl. Auch die Beleuchtung bei der späteren Bildkontrolle sollte möglichst konstant sein.
Hobbydrucker mit wechselnden Papieren
Hobbyfotografen wechseln oft zwischen glänzendem Fotopapier, matten Medien und Spezialpapieren. Jedes Material beeinflusst Kontrast, Sättigung und Schwarzwiedergabe. Für jedes Papier sollte das dazugehörige ICC-Profil installiert werden. Im Druckertreiber muss die passende Papiersorte ausgewählt sein. Eine regelmäßige Monitorkalibrierung verhindert, dass Helligkeit und Farben am Bildschirm falsch beurteilt werden. Ein Spektralfotometer ist in diesem Szenario meist nicht nötig. Herstellerprofile reichen aus, solange Tinte und Papier den Angaben entsprechen.
In allen Szenarien gilt: Nur eine Software sollte die Farbkonvertierung steuern. Werden Bildbearbeitung und Druckertreiber gleichzeitig aktiv, können Farbstiche und zu starke Korrekturen entstehen. Ein klar dokumentierter Ablauf macht die Ergebnisse planbarer und spart langfristig Papier, Tinte und Zeit.
Häufige Fragen zum Farbmanagement
Was ist ein ICC-Profil und warum brauche ich es?
Ein ICC-Profil beschreibt, wie ein Gerät oder ein bestimmtes Papier Farben wiedergibt. Für den Fotodruck enthält es Informationen über die Kombination aus Drucker, Tinte und Papier. Deine Bildbearbeitung kann damit Farben passend in den Farbraum des Druckers umrechnen. Ohne ein geeignetes Profil können Farbstiche, falsche Hauttöne und Unterschiede zwischen Monitor und Ausdruck entstehen.
Wann muss ich meinen Fotodrucker kalibrieren?
Ein Drucker wird im Alltag meist nicht wie ein Monitor kalibriert, sondern mit einem passenden ICC-Profil charakterisiert. Ein neues Profil kann erforderlich sein, wenn du Papier oder Tinte wechselst oder sich die Druckqualität sichtbar verändert. Für gelegentliche Ausdrucke reichen häufig die Profile des Papierherstellers. Bei professionellen Aufträgen lohnt sich eine individuelle Profilierung für die konkrete Kombination aus Drucker, Tinte und Papier.
Was ist Softproofing und wie zuverlässig ist es?
Beim Softproofing simulierst du am kalibrierten Monitor, wie ein Bild auf einem bestimmten Papier voraussichtlich aussieht. Dafür brauchst du das ICC-Profil dieses Papiers und die korrekten Einstellungen deiner Bildbearbeitung. Das Verfahren zeigt unter anderem, welche Farben der Drucker nicht vollständig darstellen kann. Es ist eine hilfreiche Vorschau, ersetzt aber nicht immer einen Testdruck, da Papieroberfläche, Umgebungslicht und Betrachtungswinkel das Ergebnis beeinflussen.
Welche Rolle spielt das Papier bei der Farbwiedergabe?
Das Papier beeinflusst Helligkeit, Kontrast, Sättigung und die Darstellung von Schwarz deutlich. Glänzendes Papier wirkt meist kontrastreicher, während matte Medien Farben weicher und Schwarztöne weniger tief erscheinen lassen können. Verwende deshalb möglichst das ICC-Profil für die genaue Papiersorte und wähle im Druckertreiber den passenden Medientyp. Auch Originaltinte und die empfohlene Druckqualität tragen zu einem verlässlichen Ergebnis bei.
Wie messe ich Farbabweichungen mit Delta E?
Delta E beschreibt den Abstand zwischen einer Referenzfarbe und der tatsächlich gedruckten Farbe. Je kleiner der Wert ist, desto ähnlicher sind die beiden Farben für das verwendete Messverfahren. Für eine Messung brauchst du ein Farbmessgerät, ein Testchart und eine passende Software. Im Alltag ist Delta E vor allem bei professionellen Proofs und Qualitätskontrollen nützlich, während Hobbydrucker sichtbare Testbilder und einen konsistenten Workflow verwenden können.
Grundlagen des Farbmanagements verständlich erklärt
Farbmanagement sorgt dafür, dass ein Bild auf verschiedenen Geräten möglichst ähnlich aussieht. Monitor, Kamera, Bildbearbeitung und Fotodrucker verwenden eigene Verfahren zur Farbdarstellung. Ohne Abstimmung interpretiert jedes Gerät die Bilddaten etwas anders. Das erklärt, warum ein Foto am Bildschirm leuchtend wirkt, auf Papier aber dunkler oder weniger gesättigt erscheint.
RGB, CMYK und unterschiedliche Farbräume
Digitalkameras und Monitore arbeiten meist mit RGB. Die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau werden mit unterschiedlicher Helligkeit gemischt. So entstehen die Farben eines Bildes auf dem Bildschirm. Ein Fotodrucker nutzt zwar ebenfalls Farbinformationen aus dem RGB-Workflow, setzt sie intern aber mit Tinten um. Im klassischen Druck kommt häufig CMYK zum Einsatz. Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz bilden dort die Grundlage für die Farbmischung.
RGB und CMYK sind keine festen Farbräume mit identischem Umfang. Sie beschreiben vielmehr unterschiedliche Möglichkeiten, Farben darzustellen. Der Begriff Gamut bezeichnet diesen darstellbaren Farbumfang. Ein Monitor kann zum Beispiel ein kräftiges Grün anzeigen, das ein bestimmtes Papier mit seinen Tinten nicht vollständig wiedergeben kann. Das Farbmanagement muss dann festlegen, wie diese Farbe beim Druck angenähert wird.
Was Rendering Intents bewirken
Rendering Intents, auf Deutsch Wiedergabeabsichten, bestimmen die Methode für diese Umrechnung. Perzeptiv verschiebt den gesamten Farbumfang, damit das Bild als Ganzes harmonisch bleibt. Relativ farbmetrisch erhält Farben innerhalb des Druckerfarbraums möglichst genau und passt nicht darstellbare Farben an. Für Fotos ist oft die perzeptive Einstellung sinnvoll. Bei Logos oder klar definierten Einzelfarben kann relativ farbmetrisch geeigneter sein. Die beste Wahl hängt vom Motiv und vom verwendeten Profil ab.
Warum ICC-Profile entwickelt wurden
In der Vergangenheit nutzten Hersteller unterschiedliche Verfahren, um Gerätefarben zu beschreiben. Dadurch war der Austausch zwischen Kamera, Monitor und Drucksystem schwierig. Das International Color Consortium, kurz ICC, wurde 1993 gegründet. Es definierte einen gemeinsamen Standard für Farbprofile. Ein ICC-Profil funktioniert wie ein Übersetzer. Es beschreibt, welche tatsächlichen Farben ein Gerät unter bestimmten Bedingungen erzeugt. Programme mit Farbmanagement können diese Angaben nutzen und Bilddaten gezielt umrechnen.
Kalibrierung und Profilierung sind nicht dasselbe
Bei der Kalibrierung wird ein Gerät auf festgelegte Zielwerte eingestellt. Beim Monitor betrifft das beispielsweise Helligkeit, Weißpunkt und Gamma. Die Profilierung misst anschließend, wie das Gerät diese Vorgaben tatsächlich umsetzt. Daraus entsteht ein individuelles ICC-Profil. Beim Drucker wird normalerweise nicht direkt eine Einstellung verändert. Stattdessen wird ein Testchart gedruckt, vermessen und als Grundlage für ein Druckerprofil verwendet.
Wie Messgeräte Farben erfassen
Ein Colorimeter misst die Lichtwirkung eines Monitors aus Sicht des menschlichen Farbempfindens. Es wird auf die Displayfläche gesetzt und prüft nacheinander verschiedene Farbfelder. Ein Spektralfotometer analysiert das von gedruckten Farbflächen reflektierte Licht über viele Wellenlängen. Dadurch lässt sich genauer bestimmen, welche Farbe ein Papier mit einer bestimmten Tinte tatsächlich erzeugt. Die Software vergleicht Messwerte mit bekannten Referenzwerten und erstellt daraus ein Profil.
Für einen zuverlässigen Ablauf müssen Umgebungslicht, Papier, Tinte und Druckereinstellungen möglichst konstant bleiben. Ein kalibrierter Monitor ist die Grundlage für die Bildbeurteilung. Ein passendes ICC-Profil übernimmt die Übersetzung zum konkreten Papier. Gemeinsam machen diese Schritte Farbergebnisse planbarer und helfen dir, unnötige Korrekturen sowie Testdrucke zu vermeiden.
Fotodrucker richtig pflegen und Farbqualität erhalten
Düsentest regelmäßig durchführen
Ein Düsentest zeigt, ob alle Tintenkanäle gleichmäßig arbeiten. Drucke das Muster etwa einmal im Monat und zusätzlich vor wichtigen Aufträgen. Unterbrochene Linien weisen auf verstopfte Düsen hin und sollten frühzeitig behoben werden.
Druckkopf nur gezielt reinigen
Nutze die automatische Druckkopfreinigung des Druckers, wenn der Düsentest Fehler zeigt. Wiederhole den Vorgang nicht unnötig oft, da er Tinte verbraucht und den Druckkopf belastet. Bleiben die Lücken bestehen, lasse zwischen den Reinigungen etwas Zeit vergehen und prüfe anschließend erneut.
Tinten richtig lagern und rechtzeitig wechseln
Lagere Ersatzpatronen verschlossen, aufrecht und bei gleichmäßiger Raumtemperatur. Direkte Sonne, starke Wärme und Frost können die Eigenschaften der Tinte beeinträchtigen. Verwende möglichst Tinten, für die dein ICC-Profil erstellt wurde, und mische nicht ohne Grund verschiedene Produkte.
Papiersorte und Profile kontrollieren
Wähle im Druckertreiber immer die tatsächlich verwendete Papiersorte aus. Ein glänzendes, mattes oder beschichtetes Papier benötigt oft ein eigenes ICC-Profil. Wechselst du das Medium, prüfe deshalb auch die Profile und die Druckqualität, damit die Farbwiedergabe nicht unbemerkt abweicht.
Druckmuster und Ausdrucke vergleichen
Bewahre einen gelungenen Referenzdruck mit Angaben zu Papier, Tinte und Einstellungen auf. Vergleiche neue Druckmuster unter ähnlichem Licht und achte auf Hauttöne, neutrale Grauflächen sowie Schatten. So erkennst du Veränderungen früh. Ein sauberer Ausdruck mit korrektem Profil wirkt gleichmäßig, während ein Ausdruck mit verstopften Düsen Streifen und Farbstiche zeigt.
Durch diese Routine bleiben Druckkopf, Tinte und Farbprofile besser aufeinander abgestimmt. Das spart langfristig Papier und reduziert unnötige Testdrucke.
Warum präzises Farbmanagement entscheidend ist
Präzises Farbmanagement beeinflusst nicht nur die Optik eines Ausdrucks. Es entscheidet auch darüber, ob du deine Arbeit zuverlässig beurteilen, Kundenwünsche erfüllen und Druckkosten kontrollieren kannst. Ein Fotodrucker kann technisch einwandfrei arbeiten und trotzdem falsche Farben ausgeben, wenn Monitor, Bildbearbeitung, ICC-Profil, Papier und Druckertreiber nicht zusammenpassen.
Bildqualität bleibt kontrollierbar
Ohne abgestimmten Farbworkflow korrigierst du ein Bild möglicherweise in die falsche Richtung. Wirkt ein Foto auf dem Monitor zu dunkel, erhöhst du die Helligkeit. Ist der Monitor jedoch falsch eingestellt, kann der Ausdruck anschließend zu hell erscheinen. Ein kalibrierter Bildschirm und ein passendes ICC-Profil schaffen eine verlässlichere Grundlage. Du erkennst problematische Schatten, Hauttöne und gesättigte Farben bereits vor dem Druck.
Weniger Nachdrucke und geringere Kosten
Fehlerhafte Ausdrucke verbrauchen Papier, Tinte und Zeit. Besonders deutlich wird das bei einem Fotobuchauftrag. Stimmen die Hauttöne auf mehreren Seiten nicht überein oder erscheinen wichtige Bilder zu dunkel, muss der Auftrag möglicherweise neu produziert werden. Bei großen Formaten oder vielen Exemplaren entstehen schnell erhebliche Zusatzkosten. Softproofing und ein kontrollierter Testdruck helfen, solche Fehler vor der endgültigen Ausgabe zu erkennen.
Kundenvertrauen und Reputation
Wer für Kunden druckt, liefert nicht nur eine Datei, sondern ein erwartetes Ergebnis. Weicht ein Firmenlogo sichtbar von der Vorlage ab oder wirkt ein Hochzeitsfoto mit einem deutlichen Farbstich, leidet das Vertrauen in deine Arbeit. Wiederholbare Farben zeigen Professionalität. Sie erleichtern außerdem die Abstimmung, weil du konkrete Profile, Papiersorten und Druckeinstellungen nennen kannst.
Langfristige Konsistenz
Farbmanagement sorgt dafür, dass deine Ausdrucke auch Monate später vergleichbar bleiben. Dokumentierst du Papier, Tinte, Profil und Treibereinstellungen, kannst du einen erfolgreichen Druckauftrag später reproduzieren. Das ist für Ausstellungen, Serien und Nachbestellungen besonders wichtig. Ein konsistenter Workflow schützt deine Bildwirkung und reduziert die Abhängigkeit von zufälligen Druckergebnissen.
Der Aufwand für Kalibrierung und Profilierung zahlt sich deshalb praktisch aus. Du erhältst besser beurteilbare Bilder, vermeidest unnötige Nachdrucke und kannst Kunden oder Betrachtern eine gleichbleibende Qualität bieten.
Do’s und Don’ts beim Farbmanagement
Viele Farbprobleme entstehen nicht durch einen defekten Fotodrucker, sondern durch widersprüchliche Einstellungen. Die folgenden Beispiele zeigen typische Fehler und das bessere Vorgehen. So kannst du deinen Farbworkflow übersichtlich halten und Abweichungen zwischen Monitor und Ausdruck gezielt reduzieren.
| Do | Don’t |
|---|---|
| Passendes ICC-Profil verwenden: Installiere das Profil für die konkrete Kombination aus Drucker, Tinte und Papiersorte. | Nicht blind auf Herstellervorgaben vertrauen: Ein Profil für ein ähnliches Papier kann sichtbar andere Farben erzeugen. |
| Nur eine Farbverwaltung aktivieren: Lass entweder die Bildbearbeitung oder den Druckertreiber die Farbkonvertierung übernehmen. | Nicht doppelt korrigieren: Wenn Programm und Treiber gleichzeitig Farben steuern, können Farbstiche und übertriebene Sättigung entstehen. |
| Monitor regelmäßig kalibrieren: Prüfe Helligkeit, Weißpunkt und Farbdarstellung mit einem geeigneten Messgerät. | Nicht nach einem unkalibrierten Bildschirm beurteilen: Ein zu heller Monitor führt häufig zu zu dunklen Ausdrucken. |
| Papiersorte im Druckertreiber korrekt auswählen: Stelle zum Beispiel mattes oder glänzendes Fotopapier passend zum eingelegten Medium ein. | Nicht mit einer beliebigen Medieneinstellung drucken: Falsche Tintenmengen können Farben, Kontrast und Trocknung beeinflussen. |
| Softproof und Testdruck nutzen: Prüfe kritische Farben vor einem größeren Auftrag und kontrolliere die Darstellung unter geeignetem Licht. | Nicht erst die gesamte Auflage drucken: Ein kleiner Fehler im Profil oder in den Einstellungen kann sonst viele fehlerhafte Ausdrucke verursachen. |
| Eigene ICC-Profile erstellen oder erstellen lassen: Bei Fine-Art-Papieren und professionellen Aufträgen lohnt sich die genaue Vermessung. | Nicht jedes Papierprofil für universell geeignet halten: Wechselst du Tinte, Papier oder Drucker, kann ein neues Profil erforderlich sein. |
Glossar zum Farbmanagement für Fotodrucker
ICC-Profil
Ein ICC-Profil beschreibt, wie ein Gerät oder eine Kombination aus Drucker, Tinte und Papier Farben darstellt. Es hilft Bildbearbeitungsprogrammen, Farben passend zwischen Monitor und Drucker umzurechnen.
Kalibrierung
Bei der Kalibrierung wird ein Gerät auf festgelegte Zielwerte eingestellt. Bei einem Monitor betrifft das zum Beispiel Helligkeit, Weißpunkt und Farbdarstellung.
Profilierung
Die Profilierung misst, wie ein Gerät Farben tatsächlich wiedergibt. Aus den Messdaten entsteht ein individuelles ICC-Profil, das die Eigenschaften dieses Geräts dokumentiert.
Spektralfotometer
Ein Spektralfotometer misst das von gedruckten Farbflächen reflektierte Licht. Damit lassen sich Druckcharts auswerten und genaue ICC-Profile für bestimmte Drucker-Papier-Kombinationen erstellen.
Gamut
Der Gamut bezeichnet den Farbumfang, den ein Gerät oder Druckverfahren darstellen kann. Farben außerhalb dieses Bereichs müssen für den Druck angepasst werden.
Rendering Intent
Der Rendering Intent legt fest, wie Farben bei der Umrechnung in einen anderen Farbraum behandelt werden. Je nach Einstellung werden einzelne Farben möglichst genau erhalten oder der gesamte Farbeindruck harmonisch angepasst.
Softproofing
Beim Softproofing wird am Monitor simuliert, wie ein Bild auf einem bestimmten Papier aussehen könnte. Dafür brauchst du einen kalibrierten Monitor und das passende ICC-Profil.
Delta E
Delta E beschreibt den messbaren Abstand zwischen einer Referenzfarbe und einer tatsächlich ausgegebenen Farbe. Ein kleiner Wert steht für eine geringe Farbabweichung, wobei die Aussagekraft vom verwendeten Messverfahren abhängt.
Druckertreiber
Der Druckertreiber verbindet das Betriebssystem oder Bildbearbeitungsprogramm mit dem Fotodrucker. Er steuert unter anderem Papiersorte, Druckqualität und Tintenmenge und darf bei einem ICC-Workflow nicht zusätzlich zur Bildbearbeitung die Farbkonvertierung übernehmen.
Probleme beim Farbmanagement lösen
Farbabweichungen haben oft eine konkrete Ursache. Prüfe zuerst Papier, Tinte, ICC-Profil und Druckertreiber, bevor du umfangreiche Korrekturen am Bild vornimmst. Die folgende Übersicht hilft dir, typische Fehler systematisch einzugrenzen und mit möglichst wenigen Testdrucken zu beheben.
| Problem | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Der Ausdruck hat einen deutlichen Farbstich. | Das ICC-Profil passt nicht zum Papier oder der Druckertreiber korrigiert die Farben zusätzlich. | Wähle das Profil für die genaue Papiersorte aus und deaktiviere die zusätzliche Farbverwaltung im Druckertreiber. |
| Das Foto ist deutlich dunkler als auf dem Monitor. | Der Monitor ist zu hell eingestellt oder die Bildbeurteilung erfolgt unter ungeeignetem Umgebungslicht. | Kalibriere den Monitor und prüfe das Bild bei gleichmäßiger, neutraler Beleuchtung. Kontrolliere die Helligkeit zusätzlich mit einem Testdruck. |
| Bestimmte Farben wirken verschoben oder zu kräftig. | Das Papier wurde gewechselt oder der Farbumfang des Druckers reicht für einzelne Farben nicht aus. | Installiere ein passendes ICC-Profil, nutze Softproofing und erstelle bei anspruchsvollen Arbeiten einen Testdruck. Bei häufigem Papierwechsel kann ein individuelles Profil sinnvoll sein. |
| Der Ausdruck zeigt Streifen oder fehlende Farbbereiche. | Eine oder mehrere Düsen sind verstopft oder der Druckkopf ist nicht korrekt ausgerichtet. | Führe einen Düsentest durch und starte bei Bedarf die Druckkopfreinigung. Prüfe danach die Ausrichtung und drucke das Testmuster erneut. |
| Die Farben unterscheiden sich bei jedem Ausdruck. | Tintenstand, Druckmodus, Papiereinstellung oder Farbverwaltung sind nicht konstant. | Verwende dieselbe Tinte und Papiersorte. Dokumentiere Druckqualität und Treibereinstellungen und lass nur ein Programm die Farbkonvertierung übernehmen. |
| Das ICC-Profil wird im Bildbearbeitungsprogramm nicht angezeigt. | Das Profil wurde am falschen Ort gespeichert, hat ein inkompatibles Format oder die Anwendung wurde seit der Installation nicht neu gestartet. | Installiere das Profil erneut über das Betriebssystem, starte das Programm neu und prüfe, ob die Profilbezeichnung korrekt geschrieben ist. |
Arbeite die möglichen Ursachen von den einfachen Einstellungen bis zur individuellen Profilierung durch. Ein dokumentierter Workflow macht die Fehlersuche schneller und verhindert, dass du mehrere Änderungen gleichzeitig vornimmst.
Häufige Fehler vermeiden
Das falsche ICC-Profil verwenden
Ein ICC-Profil gilt nicht automatisch für jedes Papier. Schon ein Wechsel von glänzendem zu mattem Fotopapier kann eine andere Farbwiedergabe verursachen. Verwende deshalb immer das Profil, das für die konkrete Kombination aus Drucker, Tinte und Papiersorte vorgesehen ist. Bei Spezialpapieren ohne verfügbares Herstellerprofil kann ein individuelles Profil oder ein Profilierungsservice sinnvoll sein.
Farbkorrektur doppelt ausführen
Ein häufiger Fehler entsteht, wenn sowohl das Bildbearbeitungsprogramm als auch der Druckertreiber die Farben umrechnen. Beide Korrekturen können sich gegenseitig beeinflussen und zu Farbstichen oder übertriebener Sättigung führen. Entscheide dich für eine zentrale Farbverwaltung. Wenn die Bildbearbeitung das ICC-Profil verwendet, stellst du die Farbkorrektur im Druckertreiber auf „Keine“ oder eine vergleichbare Option.
Druckerwartung vernachlässigen
Verstopfte Düsen, ein verschmutzter Druckkopf oder falsch eingesetzte Patronen beeinträchtigen die Farbwiedergabe. Drucke regelmäßig einen Düsentest und führe eine Reinigung nur dann durch, wenn das Testmuster Fehler zeigt. Kontrolliere außerdem die Druckkopfausrichtung und lagere Ersatzpatronen geschützt vor Hitze und direkter Sonne. Ein Profil kann keine Streifen oder fehlende Farbbereiche ausgleichen.
Falsche Druckereinstellungen auswählen
Das richtige ICC-Profil allein reicht nicht aus. Im Druckertreiber müssen Papiersorte, Druckqualität und Papierzufuhr zum eingelegten Medium passen. Eine falsche Medieneinstellung kann die Tintenmenge verändern und dadurch Kontrast, Trocknung und Farbtiefe beeinflussen. Prüfe die Einstellungen vor jedem Wechsel des Papiers und speichere bewährte Konfigurationen eindeutig ab.
Den Monitor und das Umgebungslicht ignorieren
Ein zu heller oder farblich verfälschter Monitor führt häufig zu falschen Bildkorrekturen. Kalibriere den Bildschirm regelmäßig mit einem geeigneten Messgerät und beurteile Ausdrucke bei möglichst neutralem, gleichmäßigem Licht. Vermeide direkte Sonne und sehr warme Raumbeleuchtung. So kannst du Bildschirm und Ausdruck besser vergleichen und erkennst Farbabweichungen zuverlässiger.
Experten-Tipp: Eigene Proofstreifen unter konstanten Bedingungen erstellen
Metamerie früh erkennen
Ein besonders nützlicher Schritt ist ein kleiner Proofstreifen mit kritischen Farben aus deinem Motiv. Platziere darauf Hauttöne, neutrale Grauflächen, tiefe Schatten und stark gesättigte Bereiche. Drucke diesen Streifen immer mit denselben Einstellungen wie den späteren Fotodruck. So prüfst du nicht nur das ICC-Profil, sondern erkennst auch Metamerie. Dabei wirkt eine Farbe unter einer Lichtquelle passend, verändert sich unter anderem Licht jedoch deutlich.
So gehst du vor
Beurteile den Proof zunächst bei neutralem Licht mit einer Farbtemperatur von etwa 5000 Kelvin. Lass den Ausdruck vollständig trocknen, bevor du ihn vergleichst. Prüfe ihn anschließend unter dem Licht, unter dem das Bild später betrachtet wird. Weichen einzelne Farben stark ab, ändere nicht sofort das gesamte Bild. Kontrolliere zuerst Papierprofil, Papiersorte und Tintenstatus. Bei regelmäßigen Arbeiten empfiehlt sich eine neue Monitorkalibrierung etwa alle vier bis acht Wochen. Erstelle zusätzlich nach einem Papier- oder Tintenwechsel einen neuen Proofstreifen.
Diese kleine Referenz spart langfristig Material und macht Veränderungen sichtbar, bevor ein kompletter Auftrag fehlerhaft ausfällt.
Zeit- und Kostenaufwand für einen Farbmanagement-Workflow
Ein grundlegender Farbmanagement-Workflow lässt sich auch als Einzelperson umsetzen. Der tatsächliche Aufwand hängt davon ab, ob du nur den Monitor abstimmen oder zusätzlich eigene Druckerprofile erstellen möchtest. Für einen Fotodrucker mit einem festen Papier ist der Einstieg überschaubar. Wechselst du häufig Papier oder Tinte, steigt der Zeitbedarf deutlich.
Zeitlicher Aufwand
Die erste Monitorkalibrierung dauert meist etwa 30 bis 60 Minuten. Dazu kommen die Installation der Software, die Auswahl der Zielwerte und eine kurze Kontrolle mit eigenen Bildern. Für die Profilierung eines einzelnen Druckers druckst du ein Testchart, lässt es vollständig trocknen und vermisst anschließend die Farbfelder. Plane dafür ungefähr ein bis drei Stunden ein. Ein sauberer Testdruck und ein kurzer Proof kosten zusätzlich etwa 30 bis 60 Minuten.
Wenn du einen externen Profilierungsdienst nutzt, entfällt die eigene Messung. Für das Erstellen und Übertragen des Profils solltest du einschließlich Versand und Abstimmung oft mehrere Tage einplanen. Nach einem Papier- oder Tintenwechsel ist ein neues Profil erforderlich.
Kosten für Messgeräte und Profile
Ein einfaches Colorimeter zur Monitorkalibrierung kostet häufig etwa 100 bis 250 Euro. Professionellere Geräte und Lösungen mit zusätzlicher Software liegen oft bei 250 bis 500 Euro oder mehr. Ein Spektralfotometer für eigene Druckerprofile kann je nach Ausstattung mehrere hundert bis über tausend Euro kosten. Für gelegentliche Drucke ist ein Profilierungsdienst meist günstiger. Pro Drucker-Papier-Kombination fallen dort häufig etwa 30 bis 100 Euro an.
Herstellerprofile sind normalerweise kostenlos. Zusätzliche Software ist bei vielen Messgeräten enthalten, kann bei professionellen Lösungen aber weitere Kosten verursachen. Für Einsteiger ist ein Colorimeter zusammen mit passenden Herstellerprofilen meist der wirtschaftlichste Start.
Rechtliche Vorgaben rund um Fotodrucker und Farbmanagement
Beim privaten Fotodruck sind nur wenige rechtliche Fragen unmittelbar spürbar. Sobald du Drucker, Tinte oder fertige Prints gewerblich nutzt, solltest du Entsorgung, Kennzeichnung und Werbeaussagen genauer beachten. Die folgenden Hinweise beziehen sich vor allem auf Deutschland und den EU-Rahmen. Sie ersetzen keine Rechtsberatung, geben dir aber eine praktische Orientierung für den Alltag.
Elektrogeräte richtig entsorgen
Fotodrucker fallen in Deutschland grundsätzlich unter das Elektro- und Elektronikgerätegesetz, kurz ElektroG. Sie gehören nicht in den Hausmüll. Alte Geräte kannst du in der Regel kostenlos bei kommunalen Sammelstellen abgeben. Beim Kauf eines neuen, vergleichbaren Geräts nehmen Händler alte Geräte häufig zurück. Für größere Händler und bestimmte Onlineanbieter gelten zusätzliche Rücknahmepflichten.
Das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne weist auf die getrennte Sammlung hin. Wenn du gewerblich Drucker importierst oder unter eigener Marke vertreibst, können Registrierungspflichten bei der Stiftung Elektro-Altgeräte Register bestehen. Prüfe in diesem Fall frühzeitig, ob du als Hersteller im Sinne des ElektroG giltst.
Tinten, Patronen und Batterien
Leere Tintenpatronen sollten nicht automatisch im Restmüll landen. Je nach Produkt und regionalem Entsorgungssystem kommen Rücknahmeprogramme, Wertstoffhöfe oder spezielle Sammelstellen infrage. Enthält eine Tinte gefährliche Bestandteile, sind die Angaben auf dem Sicherheitsdatenblatt und die örtlichen Vorgaben maßgeblich. Bewahre Tinten verschlossen auf und entsorge ausgelaufene Produkte nicht über Abfluss oder Boden.
Für Batterien und Akkus gelten in Deutschland die Vorgaben des Batteriegesetzes. Herausnehmbare Batterien gehören in die dafür vorgesehenen Sammelboxen. Auch Verpackungen unterliegen dem Verpackungsgesetz. Gewerbliche Inverkehrbringer müssen je nach Tätigkeit unter anderem eine Registrierung und Beteiligung an einem dualen System prüfen.
Umweltrecht und Druckchemikalien
Beim normalen Tintenstrahldruck entstehen meist keine frei verwendbaren Druckchemikalien wie in einer klassischen Dunkelkammer. Trotzdem solltest du Herstellerangaben, Sicherheitsdatenblätter und Lagerhinweise beachten. Nutze Tinten ausschließlich im vorgesehenen Drucker und vermische Produkte nicht ohne Freigabe. Bei größeren Betrieben können zusätzlich Vorgaben zum Gefahrstoffschutz, zur Lagerung und zur betrieblichen Entsorgung gelten.
Farbversprechen und Kundenaufträge
Aussagen wie „farbverbindlich“, „exakte Markenfarbe“ oder „garantierte Bildschirmübereinstimmung“ können rechtlich problematisch sein, wenn die technischen Bedingungen nicht klar festgelegt sind. Farben hängen unter anderem von Monitor, Licht, Papier, Druckverfahren und Betrachtungswinkel ab. Beschreibe deshalb nachvollziehbar, welches ICC-Profil, welches Papier und welche Toleranz für den Auftrag gelten.
Bei Kundenaufträgen helfen ein freigegebener Proof, dokumentierte Druckeinstellungen und eine schriftliche Vereinbarung über zulässige Abweichungen. Bewahre Muster und Auftragsdaten auf. Bei mangelhaften Ausdrucken können je nach Vertrag und Situation gesetzliche Gewährleistungsrechte greifen. Eine klare Dokumentation erleichtert die Prüfung, ob tatsächlich ein Fehler oder lediglich eine abweichende Betrachtung vorliegt.
Praktische Checkliste für den Alltag
Entsorge Drucker, Patronen und Batterien über geeignete Sammelstellen. Prüfe bei gewerblichem Verkauf deine Registrierungs- und Rücknahmepflichten. Verwende bei Werbeaussagen keine pauschalen Farbversprechen ohne technische Grundlage. Bei bezahlten Druckaufträgen solltest du Profil, Papier, Proof und Freigabe dokumentieren. So handelst du umweltbewusster und reduzierst gleichzeitig Streit über die erwartete Druckqualität.
Vor- und Nachteile eines umfassenden Farbmanagements
Ein durchgängiger Farbmanagement-Workflow verbindet Monitorkalibrierung, passende ICC-Profile, korrekte Druckereinstellungen und eine kontrollierte Prüfung der Ausdrucke. Das schafft verlässlichere Ergebnisse, verlangt aber zunächst Zeit, Technik und etwas Übung. Die folgende Übersicht zeigt, welche Vorteile und Nachteile du bei deiner Entscheidung abwägen solltest.
| Vorteile | Nachteile | Bedeutung für deine Entscheidung |
|---|---|---|
| Höhere Farbkonsistenz: Ausdrucke lassen sich besser vergleichen und wiederholen. | Initialer Aufwand: Kalibrierung, Profilierung und Tests benötigen Zeit. | Besonders sinnvoll für Serien, Kundenaufträge und Ausstellungen. |
| Weniger Fehldrucke: Softproofs und Testdrucke zeigen Probleme früh. | Zusätzliche Kosten: Messgeräte, Software oder Profilierungsdienste können teuer sein. | Bei seltenen Ausdrucken reichen oft Herstellerprofile und ein kleiner Testdruck. |
| Bessere Kundenkommunikation: Profile, Papiere und Toleranzen lassen sich nachvollziehbar festlegen. | Mehr technische Entscheidungen: Du musst Farbverwaltung, Rendering Intent und Treibereinstellungen verstehen. | Für professionelle Aufträge überwiegt meist der Nutzen der Dokumentation. |
| Geringere Nachdruckkosten: Fehlerhafte Auflagen und unnötige Materialverluste werden vermieden. | Regelmäßige Pflege: Monitore, Düsen, Tinte und Profile müssen kontrolliert werden. | Der Workflow lohnt sich besonders, wenn du häufig druckst oder hohe Materialkosten hast. |
| Flexibilität bei Papieren: Eigene Profile ermöglichen eine bessere Anpassung an Spezialmedien. | Mehrere Profile erforderlich: Jede Kombination aus Drucker, Tinte und Papier kann ein eigenes Profil benötigen. | Für viele verschiedene Papiere kann ein externer Profilierungsdienst wirtschaftlicher sein. |
Für wen sich der Aufwand besonders lohnt
Ein umfassender Workflow ist vor allem dann sinnvoll, wenn du regelmäßig hochwertige Fotos druckst, Arbeiten verkaufst oder verbindliche Farbergebnisse liefern musst. Auch bei großen Formaten und teuren Papieren amortisieren sich Messgerät oder Profilierungsservice oft durch weniger Ausschuss. Für gelegentliche Familienfotos ist eine vollständige Eigenprofilierung dagegen meist überdimensioniert.
Als pragmatischer Einstieg genügt ein kalibrierter Monitor mit passenden Herstellerprofilen. Ergänze Softproofing und individuelle ICC-Profile erst dann, wenn sichtbare Abweichungen bleiben oder deine Aufträge höhere Anforderungen stellen. So passt du den Aufwand an deinen tatsächlichen Nutzen an.
Verbreitete Mythen zum Farbmanagement
Rund um Farbprofile, Kalibrierung und Fotodrucker halten sich einige vereinfachte Annahmen. Sie können dazu führen, dass Ausdrucke unnötig abweichen oder mehr Zeit und Material kosten. Die folgenden Gegenüberstellungen zeigen, was hinter den häufigsten Mythen steckt und welche Vorgehensweise in der Praxis verlässlicher ist.
| Mythos | Realität |
|---|---|
| Ein Herstellerprofil reicht immer aus. | Herstellerprofile sind ein guter Einstieg, gelten aber nur für die angegebene Kombination aus Drucker, Tinte und Papier. Bei Spezialpapieren oder abweichenden Tinten liefern individuell erstellte Profile oft genauere Ergebnisse. |
| Ein teurer Fotodrucker druckt automatisch richtige Farben. | Die Gerätequalität allein garantiert keine Übereinstimmung zwischen Bildschirm und Ausdruck. Monitor, Bildbearbeitung, ICC-Profil, Papier und Druckertreiber müssen aufeinander abgestimmt sein. |
| Der Drucker muss regelmäßig wie ein Monitor kalibriert werden. | Bei einem Drucker wird meist ein Profil für die konkrete Drucker-Papier-Tinten-Kombination erstellt. Ein neues Profil ist vor allem nach einem Wechsel von Papier oder Tinte sowie bei sichtbaren Abweichungen sinnvoll. |
| Softproofing zeigt exakt den fertigen Ausdruck. | Ein Softproof simuliert die Druckwirkung auf einem kalibrierten Monitor. Betrachtungslicht, Papierstruktur und Glanz beeinflussen das tatsächliche Ergebnis. Bei wichtigen Aufträgen ergänzt ein Testdruck die Bildschirmvorschau. |
| Mehr Sättigung bedeutet automatisch bessere Farben. | Eine höhere Sättigung kann Details in kräftigen Farben zerstören und unnatürliche Hauttöne erzeugen. Ein passendes Profil und der geeignete Rendering Intent sorgen meist für ein ausgewogeneres Ergebnis. |
Farbmanagement muss nicht unnötig kompliziert sein. Beginne mit einem kalibrierten Monitor und passenden Herstellerprofilen. Wenn du regelmäßig hochwertige oder kommerzielle Drucke anfertigst, können Softproofing und individuelle Profile den nächsten sinnvollen Schritt bilden.
